Kirche und Pfarr-Gemeindehaus
Schlüsselübergabe
Gratulationstorte
Das neue, alte Lassaner Pfarr- und Gemeindehaus eingeweiht
 
Lassan (ran). Am Sonnabend, 25. August 2007, wurde mit einem Festgottesdienst das alte, neue Pfarrhaus in Lassan wieder in Gebrauch genommen.
 
Erika Busch aus Lassan brachte es nach der Besichtigung der Räume auf den Punkt: „In jede Richtung, in die man guckt: schief!“ Das ist beileibe keine Feststellung von Baufehlern bei der Sanierung sondern eine Beschreibung des alten Pfarrhauses, das durch Absackungen und langen Leerstand schief geworden ist und dies wurde bei der Sanierung so beibehalten. Anders wäre es bei dem denkmalgeschützten Bau auch kaum gegangen, denn sonst wären die Deckenhöhen in der Pfarrwohnung, die schon jetzt gering ist, allzu niedrig geworden. „Nur bei einem Raum haben wir den Boden etwas angehoben,“ sagte Tischler Thurow aus Freest, der die Ausbauarbeiten ausgeführt hat, und schaute auf den schrägen Boden von der Küche ins angrenzende Zimmer.
 
Aber genau das macht den Charme der Räume aus mit ihren teilweise abschüssigen Böden oder den Wänden in denen die Heizung untergebracht ist. Für die Türen wurden eigenwillige Lösungen gefunden, da die Türangeln manchmal weit abstehen, um die Türen schließen zu können und damit sie nicht mit Wucht ins Schloß fällt.
 
Dabei sah es lange Zeit nicht so aus, als könne man das barocke Pfarrhaus überhaupt sanieren. Zu hoch waren die Kosten, zu desolat der Bestand und die Finanzierung von 660.000 Euro war immer wieder unsicher – aber die Arbeit seit 1998 hat gelohnt, hat Lassan nun doch wieder das Ensemble von Kirche und Pfarrhaus zurückerhalten.
 
Der Hamburger Architekt Stefan Meincke übergab in Anwesenheit des Gemeindekirchenrates den Schlüssel an Pfarrer Philip Graffam, der mit seiner Familie bald in dieses Haus ziehen wird. „Wir sind im Kostenrahmen geblieben,“ sagte Meincke mit sichtlichem Stolz, traten doch im Bauverlauf deutliche Mehrkosten zutage, etwa durch umfangreiche Bodenuntersuchungen. „Nur 1000 Euro liegen wir drüber,“ sagte er zum Bauherrn.
 
Betritt man das Pfarrhaus, so steht auf einer Glasscheibe über der Türe das Bibelwort dieses Tages: „Wenn der HERR nicht das Haus bau, so arbeiten umsonst, die daran bauen“ (Psalm 127.1). Der pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit wünschte dem Gebäude, daß „dieses Haus nun wieder im Dienste Gottes steht für die Gemeinde in Lassan und für die Menschen im Ort und es somit zur Ehre Gottes diene.“
 
Im Gottesdienst dankte Graffam allen, die an der Planung, Finanzierung und der Ausführung der Sanierung beteiligt waren. Aber er dankte auch seiner Frau und den Kindern für ihr Verständnis während der Bauarbeiten. „Die größte Herausforderung aber kommt noch: dieses Haus mit Leben zu erfüllen, denn wir haben hier kein Denkmal gebaut.“ Nun solle „Gesang, Kinderlachen und gute Gespräche das Haus füllen“, so Graffam.